Henna - Körperkult auf Naturbasis
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Erst durch Superstars wie
Madonna wurden auch die Leute hierzulande auf die tattooähnliche Körperverzierung
"Mehndi" aufmerksam. Die Geschichte des Mehndi geht lange zurück. Einige Beweise lassen darauf schließen,
dass Mehndi in Indien begann, während andere wiederum glauben,
dass es erst während des 12. Jahrhunderts in Indien eingeführt wurde. Beweise haben gezeigt,
dass schon die Pharaonen im alten Ägypten (vor etwa 5000 Jahren) Henna benutzten, um sich ihre Finger und Zehen vor der Mumifikation zu verzieren. Auch wurde Henna als ein Kosmetikum benutzt, nicht zuletzt der heilenden
Wirkung wegen.
Mehndi ist die traditionelle Art, Hände und Füße zu verzieren. Es ist ein kultureller Brauch, der die Grenzen verschiedener Religionen übertritt.
Das Henna, das für das Mehndi benutzt wird, kommt von einer Pflanze namens Lawsonia
inermis. Sie wächst an heißen und trockenen Orten, so zum Beispiel im Sudan, in Ägypten, in Indien und in den meisten
nordafrikanischen Ländern. Die lanzengeformten Blätter des Busches werden geerntet, getrocknet und dann zermahlen, um das Henna-Pulver herzustellen. Henna wird benutzt, um sich
z. B. die Haare zu färben. Es gibt eine strahlend
rot-orangene Farbe ab, ja auch Männer in Indien färben sich damit die Haare. Desweiteren wird Henna als Hautpflege und zum Lindern von Hautausschlägen verwendet.
In Indien wird Henna vor allem bei Feiern wie Hochzeiten benutzt. Seit hunderten von Jahren tragen asiatische Bräute wunderschöne Henna-Muster auf ihre Hände
(s. Foto links), Handgelenke und Füße auf. Traditionell ist es für die Braut
gedacht - sie kann so Zeit mit ihren Freundinnen verbringen, während diese das Henna auf ihre Haut auftragen. Dabei werden der Braut Ratschläge für ihre bevorstehende Ehe erteilt,
man redet über die Hochzeitsnacht, über allgemeine sexuelle Dinge etc.
Außerdem werden gemeinsam Lieder gesungen. Bis das Henna vollständig getrocknet ist, können bis zu acht Stunden vergehen! Die Mehndi-Muster, die bei Hochzeiten aufgetragen werden, sind sehr viel komplizierter und aufwendiger als normale Muster. Das Henna der Braut muss schöner und aufwendiger sein als jedes
andere, denn schließlich ist es ihr spezieller Tag.
Es gibt eine Tradition, in der man den Namen des Bräutigams in dem Henna-Muster versteckt, in der Hochzeitsnacht muss der Bräutigam seinen Namen dann erst mal suchen. Solange das Henna noch auf der Haut sichtbar ist, muss sich die Braut auch nicht im Haushalt betätigen.
Aber nicht nur bei Hochzeiten wird Henna in Indien aufgetragen, sondern auch bei Festen wie z.B. dem hinduistischen Neujahrsfest
Diwali.
Das Mehndi ist zu einem sehr stilvollen Merkmal geworden, welches auf eine sehr exotische Weise attraktiv ist. Auch als Alternative zu einem permanenten Tattoo ist eine Bemalung des Körpers mit Henna zu empfehlen, denn nach etwa einer Woche ist die Verzierung wieder verschwunden! In der heutigen Kultur hat das Mehndi eine
Renaissance erlebt, nicht zuletzt zu verdanken haben wir das allen möglichen Stars, die uns erst durch ihr
Henna-Tattoo auf den Geschmack gebracht haben!
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