RELIGION << zurück

 
BLICKPUNKT

von Udoy Chatterji  

Der Hinduismus - Teil 1 und 2
Eine der größten Weltreligionen näher betrachtet

Vorwort

Ca. 80% der indischen Bevölkerung gehören dem Hinduismus an. Es gibt ca. 120 Götter. Der Hinduismus ist keine statische, sondern eine sich ewig bewegende Religion. Dies kommt durch die Göttervielzahl, unterschiedliche ethnische Gruppen und Vermischung mit anderen Religionen, wie beispielsweise dem Buddhismus., zustande. Auch gibt es in dieser Religion keinen "roten Faden", keine Dogmata. Wegen der großen Vielfalt und Widersprüche dieser Religion hier nur - in 2 Teilen - einige wichtige Eckdaten und Anekdoten. Der 2. Teil wird in Kürze veröffentlicht.

Die Wurzeln des Hinduismus

Die Anfänge des Hinduismus in ein paar Worte zu fassen ist eigentlich unmöglich, da es keinen Religionsgründer und keine dogmatische Lehre, wie beispielsweise im Christentum gibt. Auch sind sich Wissenschaftler nicht im klaren darüber, durch welche Bevölkerungsgruppe und in welcher Zeit genau der Hinduismus entstand.

Waren es die aus Europa kommenden Nomaden, die Arier, die sich im 3. Jahrtausend vor Chr. an den Ufern des Indus, Ganges und Brahmaputra ansiedelten und im Rahmen eines "Denkprozesses" den Hinduismus entwickelten? Waren die dunkelhäutigen Drawiden aus Südindien die Religionsgründer? Oder aber haben die Arier ihr Wissen mit dem der Drawiden vermischt und der Hinduismus entstand auf diese Weise? Das ist bis heute die nicht mit Sicherheit beantwortete 1-Millionen-Dollar-Frage.

Laut hinduistischen Schriften entstand die Religion vor Tausenden von Jahren durch die Rishis, die Wissenschaftler jener Zeit. Durch Meditation perfektionierten sie sich selbst und erkannten durch telepathischer Schwingungen der Götter die absolute Wahrheit. Dieser Ursprung wird in Sanskrit "Sruti" genannt ("das, was gehört wurde"). Später wurden diese Wahrheiten in den Vedas und Upanishaden vertextet.

Diese Schriften wurden in vedischer Schrift verfasst, einer frühen Form der Gelehrtensprache Sanskrit. Die meisten der heutigen 16 Sprachen Indiens stammen von Sanskrit ab, das aus 52 Buchstaben besteht und auf ca. 500 vor Chr. datiert wird. In der modernen Zeit hat Sanskrit eine vergleichbare Stellung wie bei uns Latein.

Die heilige Kuh 

Im vedischen Zeitalter, ca. 1500 v. Chr., siedelten sich die von Nordwest kommenden Arier auf dem indischen Subkontinent an. Die Kuh war für den Stamm der Arier von größtem Wert und wurde als einziges Nutztier gehalten. Sie belieferte die Menschen mit Fleisch, Milch, Käse und Joghurt, die Haut wurde zu Ausrüstung und Kleidung verarbeitet.

Wegen ihrer großen Bedeutung im täglichen Leben wurde die Kuh im Laufe der Zeit verehrt. Auch althinduistische Gurus und Weise sprachen der Kuh ihre Verehrung aus. Aus diesem Grund wird die Kuh auch heute noch verehrt, für strenge Hinduisten ist sie sogar heilig. 

In der Mythologie hat die Kuh ihre Heiligkeit dem Gott Krishna zu verdanken. Nach seiner Geburt wurde Krishna zum Schutz vor einer drohenden Ermordung in die Obhut einer Hirtenfamilie gegeben und verbrachte als Hirtenjunge viel Zeit mit den Tieren. Mit der Hirtenfamilie, den Milchmädchen (gopis) und den Kühen wuchs er auf und wurde von ihnen ernährt.
Dadurch erreichte die Kuh den Status einer Mutter, die es zu verehren gilt.

"Was erwartet den Menschen nach dem Tod? Wie kommt man ins Paradies und wie sieht es aus?"

Karma 

Hindus glauben an die Wiedergeburt, die Reinkarnation. 

Die Stellung nach der Wiedergeburt wird durch das Prinzip des Karma bestimmt. Demnach folgt auf jede Aktion eine Reaktion. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Taten, Worte oder Gedanken handelt. Jede dieser "Aktionen" wird am Ende des Lebens auf der Waage der göttlichen Gerechtigkeit aufgewogen. Die Anzahl der guten Taten/Worten/Gedanken im Bezug auf die Schlechten entscheidet über die Stellung im Leben nach dem Tod. Je mehr gute Taten desto besser die Stellung. 

Aus diesem Glauben heraus ist auch das Kastensystem begründet, das die gesellschaftliche Rangordnung festlegt. Dabei wird jedem Hindu seine Rolle im jetzigen Leben aufgrund dem Ausmaß seiner Verfehlungen im vorherigen Leben zugewiesen. Folglich ist jeder Hindu um ein besonders gutes und sündenfreies Leben bemüht. 
Der ewige Kreis der Wiedergeburt kann nur durchbrochen werden, wenn die Seele vom Karma befreit wird. Rechter Glaube, rechte Erkenntnis und rechtes Verhalten sind dafür notwendig.

Wiedergeburt / Reinkarnation 

Dem Glauben des Hinduismus nach stirbt zwar der Körper, nicht aber die Seele. Die Seele folgt dem Pfad des vorhergegangenen Lebens und kehrt in einen neuen Körper ein. Dabei greift das Prinzip des Karma, das besagt, dass jeder Mensch sein zukünftiges Leben im hier und jetzt selber bestimmt. Wird jemand krank geboren, so hat er im letzten Leben schwere Verfehlungen begangen. Wird jemand reich geboren, so hat er sich im letzten Leben verdient gemacht, usw. Aus diesem Glauben heraus ist auch das Kastensystem begründet, das die gesellschaftliche Rangordnung festlegt. Dabei wird jedem Hindu seine Rolle im jetzigen Leben aufgrund dem Ausmaß seiner Verfehlungen im vorherigen Leben zugewiesen. Folglich ist jeder Hindu um ein besonders gutes und sündenfreies Leben bemüht. 
In der Bhagavad Gita erklärt Gott Krishna Arjuna das Prinzip der Reinkarnation (2:22): "Zum Zeitpunkt des Todes stirbt der Körper, die Seele aber stirbt nie. Die Seele verlässt den Körper und kehrt in einen Neuen wie ein Körper seine Kleidung wechselt. Die Seele ist auf ewiger Wanderschaft und nimmt sich eine unendliche Anzahl von Körpern, bis alle Karmas erschöpft sind, die der Seele anhängen. Dieser Prozess ist die Reinkarnation." 

So muss ein Mensch auch nicht als Mensch wiedergeboren werden. Je nach Ausmaß seiner Verfehlungen / Frömmigkeit, so ist eine Wiedergeburt auch in Form eines Tieres, einer Pflanze, eines Einzellers oder eines Halbgottes möglich. Um aus dem Kreis der ewigen Wiedergeburt zu entfliehen, muss die Seele aber in einem menschlichen Körper sein. Das ewige Seelenheil, auch "moksha" genannt, kann nur durch die Befreiung der Seele von den Karmas geschehen. Hierfür muss ein gottgleiches Leben geführt werden und rechter Glaube, rechte Erkenntnis und rechtes Verhalten sind die Voraussetzung. 

Auch Götter sind vom Kreis der Reinkarnation nicht verschont, da auch sie menschliche Züge haben und somit auch sündigen. 

Bei Selbstmord wird die Seele für Tausende von Jahren verbannt und muss auf der untersten Stufe der Evolutionellen Leiter neu beginnen. Auch kann es sein, dass die Seele "stillsteht", in keinen neuen Körper einkehren kann und als Geist bis ans Ende aller Tage verweilen muss.

Das Kastensystem 

Kaste ist der Begriff für eine abgegrenzte Gruppe innerhalb der Gesellschaft. Die religiösen Kasten sind im Gegensatz zu den ökonomisch definierten Klassen nahezu undurchlässig. Die gesellschaftliche Hierarchie wird von Generation zu Generation weitergegeben, so dass soziale Mobilität fast unbekannt ist. In den großen Städten lockert sich die Situation im Rahmen der Verwestlichung langsam. 

Die Merkmale einer indischen Kaste bestehen aus der starren, erbliche Zugehörigkeit zu der Kaste, dem Brauch, nur Mitglieder der gleichen Kaste zu heiraten, Beschränkungen bei der Wahl des Berufs und bei persönlichen Kontakten . 

Die Wurzeln des Kastensystems liegen bereits im Jahre 1500 v. Chr.in der Rig Veda, als Nomadengruppen (Arier) der indogermanischen Sprachgruppen aus dem Norden nach Indien einwanderten. Ca. 100 v. Chr. verfasste der Prophet Manuh sein Gesetzbuch, in dem er unteren vier Kasten unterteilte, die bis heute aktuell ist. 

Brahmanen: oberste Klasse und Priesterkaste, Anspruch auf Erleuchtung
Kschatrija: Kaste der Krieger
Waischia: Kaste der Bauern und Händler
Schudra: Arbeiterkaste, zum Dienst gegenüber den drei höheren Kasten verpflichtet, besonders den Brahmanen 
Harijans: Die Kastenlosen oder auch Unberührbare genannt. Keine Kaste an sich, sondern eine Ansammlung von Ausgestoßenen, die nur niedrigste Arbeiten verrichten dürfen.

Die Kasten sind im Laufe der Jahrhunderte immer wieder unterteilt worden, so dass es im Augenblick zwischen 2000- und 3000 Kasten gibt. Jede Region hat ihre eigene besondere Gruppe, künstlich abgegrenzt und durch Gewohnheiten zementiert.

1949 wurde auf Mahatma Gandhis Drängen hin das Verbot des Kastenwesens, besonders der Unberührbaren, in das Grundgesetz aufgenommen. Durch Jahrtausende lange Handhabung wird dieses Verbot von der indischen Gesellschaft, vor allem in ländlichen Regionen, aber weitgehend ignoriert.

Om ("Aum")

Om ("Aum") steht für das Absolute und ist der Beginn und das Ende der meisten hinduistischen Gebete. Laut der indischen Philosophie entstand die Materie aus Klang. OM ist der heiligste Laut, aus ihm entstand das Universum und die Götter. Durch die Grundsilbe OM werden kosmische Schwingungen erzeugt, die die Atome des Himmels und der Erde zusammenhalten sollen. 

Der Weise Manu interpretierte OM als Erde, Himmel und Himmelreich. Andere interpretieren OM als Anfang der Zeiten, als Zeichen des höchsten, nicht definierbaren Gott (brahman).

Vergleichbares gibt es auch im christlichen Glauben, und zwar am Anfang der Schöpfungsgeschichte: "Am Anfang war das Wort, und das Wort war mit Gott, und das Wort war Gott." Vergleichen kann man die Klangsilbe auch mit dem jüdischen und christlichen "Amen".

Eine andere Interpretation besagt, dass das "A" für den wachen Zustand, das "U" für leichten Schlaf und das "M" für den tiefen Schlaf steht. Diese drei Kombinationen ergeben das totale Bewusstsein.

Welche weltliche und geistige Stellung hat das irdische Religionsoberhaupt und wer ist es?

Im Hinduismus existiert kein auf eine Person festgelegtes Religionsoberhaupt. Dieses wird aus der Vielzahl der verschiedensten Gottheiten hervorgerufen.

Sind die Glaubensanhaenger in verschiedene Gruppen unterteilt? Welche?

Gruppen ist der falsche Begriff, den durch die Vielzahl von Gottheiten wo sich jeder Hindu sich dementsprechend zuordnet, sind die Gruppen unterteilt. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine kleine Auflistung der bekanntesten Gottheiten in unserer Hemisphäre.

Auswahl indischer Gottheiten

Shiva und das Lingam

Der mächtigste und meistverehrte Gott im Hinduismus. Shivas Begleitung Reittier ist der Stier Nandi, seine Gemahlin ist Parvati, die "Tochter der Berge". Shiva ist Gott der Gegensätze: Er ist schrecklich, aber auch mild und freundlich, er ist der Zerstörer, zugleich aber auch Erneuerer und Schöpfer der Welt. Shiva ist der Gott des Tanzes und der Feste, auf der anderen Seite aber auch der Gott der Meditation und völliger Keuschheit. Ihm folgen auch die meisten Sadhus, die heiligen Männer Indiens.

Häufig wird Shiva auch als Nataraja, König des Tanzes, dargestellt. Laut den hinduistischen Legenden versuchten einige irrgläubige Rishis (= Urväter des Hinduismus; siehe auch Wurzeln des Hinduismus) Gott Shiva durch magische Gesänge zu vernichten. Shiva erkannte die drohende Gefahr und fing an zu tanzen, wodurch die negativen Kräfte der Rishis neutralisiert wurden. Über dies erzürnt, schufen die Rishis den ignoranten Zwerg Aspama, der sich auf Shiva stürzte. Der böse Zwerg geriet aber bei der ersten Attacke unter einen Fuß des tanzenden Gottes, was ihm das Rückgrat brach.

Die Vernichtung des Zwerges Aspama symbolisiert die Befreiung der Welt von Ignoranz und Unwissenheit. Der Feuerbogen, von dem Shiva auf den meisten Darstellungen als Nataraja umgeben wird, steht für die Ursilbe der Schöpfung OM. Viele 100e andere Götter Indiens gehen aus Shiva in Form von Reinkarnationen und Manifestionen oder als Verwandte hervor.

Wichtigstes Kultbild der Shivaiten ist das Lingam, ein phallisches Symbol, das seine Schöpferkraft versinnbildlicht. Ein Lingam bildet das Allerheiligste eines jeden Shiva- Tempels. Meist handelt es sich um eine glatte Steinsäule auf einem Stufensockel, der zu einem weiblichen Genital (Yoni) ausgeformt sein kann. 

Eine Legende um das Lingam handelt von Shiva, der vor lauter Askese völlig abgemagert und ausgezehrt im Himalaya meditierte. Einige Rishis, die Shiva nicht erkannten, kamen zeitweise vorbei. Die Frauen der Rishis fühlten sich zu Shiva hingezogen und durch sein Charisma wurde tiefe Begierde in ihnen geweckt, worauf der Gott die Frauen verführte. In großem Zorn schlugen die Rishis dem Gott das Glied (Linga) ab, worauf die Erde in Dunkelheit verfiel und der Phallus zu solch unermesslicher Größe heranwuchs, dass er die Welt zu spalten drohte. Erst da erkannten die weisen Männer Gott Shiva und mussten sich verpflichten, ihn in der Form des Lingam ewig zu verehren.

Eine weitere Legende berichtet von einem Streit der drei mächtigsten Götter Brahma, Vishnu und Shiva über die Vorherrschaft. Derjenige sollte als mächtigster Gott anerkannt werden, der das größte Wunder verbringt. Plötzlich erschien ein kosmischer Riesenphallus aus Feuer, der so groß war, dass Vishnu und Brahma auf ihren Reittieren Anfang und Ende nicht erreichen konnten. Die Feuersäule öffnete sich und Shiva trat heraus, worauf er sich durch seine Machtdemonstration als mächtigster Gott von den beiden anderen Göttern anerkannt wurde.

Berühmt ist die Geschichte um die Entstehung des Ganges:

Vor tausenden von Jahren, als es den Fluss noch nicht gab, betete der König Bhagiratha tausend Jahre zu Shiva. Nach dieser Zeit erhörte Shiva den braven König und gestattete ihm einen Wunsch. Der wünschte sich, dass die Göttin Ganga auf die Erde käme und der Erde mit ihren Wassern Fruchtbarkeit schenke. Ganga erwiderte aber, dass dies unmöglich sei, da sie wegen ihrer großen Macht die Erde in ihren Grundfesten zerstören würde. Daraufhin bot Shiva an, die Göttin auf seinem Kopf zur Erde zu lassen, und so die Macht aufzufangen. Seit diesem Tag gibt es den Ganges auf der Erde und die Gangesquelle ist wegen Shivas Macht heilig. (siehe auch Ganga, Göttin des Ganges)

Ganesh

Glücksgott und Elefantengott. Erfreut sich in der indischen Bevölkerung großer Beliebtheit. Parvati, die Frau Shivas, formte aus Schlamm und Gangeswasser eine Figur, die zu dem menschlichen Ganesh wurde.

Als Shiva den jungen nackten Mann vor seinem Schlafzimmer antraf, schlug er ihm in blinder Eifersucht den Kopf ab. Aus Reue legte Shiva fest, dass das erste vorbeikommende Lebewesen seinen Kopf für seinen Sohn geben müsse. Daher der Elefantenkopf. 

Ganeshas Reittier ist die Ratte, ein Symbol, dass in jedem noch so kleinen Tier soviel göttliche Energie steckt, dass es sogar einen Elefanten tragen kann. Aus diesem Grund steht die Ratte für die Anhänger Shivas und Ganeshas unter Naturschutz.

Hanuman, der Affengott

Hanuman ist der Sohn des vedischen Gottes Waju, der ihm auch die Kraft für Wirbelstürme und die Fähigkeiten zu fliegen schenkte. Außerdem kann er jede erdenkliche Gestalt annehmen. Im hinduistischen Götterepos Ramajana spielt Hanuman als Kriegsheld eine große Rolle. 

Von seiner Geburt an wuchs seine Kraft und Klugheit von Jahr zu Jahr. Eines Tages traf er den Gott Rama und seinen Bruder Lakshman. Rama war auf der Suche nach seiner Frau Sita, die von dem Dämon Rawana entführt worden war. Hanuman sah, dass das Schicksal ihn zum Diener Ramas auserkoren hatte und so sammelte er eine Armee um Sita zu finden und zu befreien.

Hanuman und seine Armee fand das Versteck in Lanka. Der Affengott nahm die Gestalt eines normalen Affen an und schlich sich in Rawanas Palast, wo er die von Dämonen bewachte Sita fand. Sita erschrak beim Anblick des sprechenden Affen doch Hanuman zeigte ihr zum Beweis seiner Absicht einen Ring Ramas. Sita wollte sich von Hanuman aber nicht retten lassen, da die Ehre Ramas dadurch verletzt würde, wenn er seine Frau nicht selber retten würde. Daraufhin zerstörte Hanuman mit seiner Armee die Stadtmauern und den Palast des Dämonen und tötete eine Vielzahl seiner Wachen. Im Rahmen der Gegenwehr setzte der Dämonenkönig Rawana den Schwanz des Affengottes in Brand, der daraufhin eine riesenhafte Gestalt annahm und mit seinem Schwanz die ganze Stadt in Brand setzte. Dann holte Hanuman Rama, der seine Frau aus Lanka befreite.

Zurück in Ramas Heimat wollte die Affenarmee die Heimreise antreten, nur Hanuman entschloss sich zu Zeichen der Treue zu Rama zu bleiben. Der Affenkönig Sugriwa forderte daraufhin ein Zeichen für die Treue, worauf Hanuman sich die Brust aufriss. In seinem Inneren trug er ein Bild von Rama und Sita (siehe Abbildung).

Wegen seiner großen Hingabe (Bhakti) wird er von der Bhakti- Bewegung als mächtiger Magier und Meister über Zauberkräfte (Siddha) verehrt.

Wegen der Heiligkeit Hanumans haben die in den Hanuman geweihten Tempeln absolute Narrenfreiheit und werden von Pilgern gefüttert.

Wie und wo huldigen Sie Ihre Gottheiten? Kultische Vorschriften?

In Indien geht das "huldigen" der Gottheiten in einem Tempel vor sich, in dem eine bestimmte Gottheit z.B. eine Statue Ganesha's aufgebart wurde. Bürger aller Klassen kommen zu den unzähligen Tempeln um dort für sich und ihre Familie zu beten. In meinem Fall habe ich dies schon sehr oft gemacht, zurückzuführen auf meine Urlaubs Aufenthalte in Indien. In Deutschland leben natürlich auch Hindus die innerhalb indischer Feste, Gottesdienste etc. ihrer Gottheiten huldigen wollen. In Indien wie auch in Deutschland werden sog. Gottesdienste als PUJA's bezeichnet und finden in allen großen Städten Deutschlands statt. In einem feierlichen Ritual werden Gaben (Obst, Gemüse, Süßigkeiten etc.) der Gottheit geopfert. Das bedeutet das diese Gesegnet werden und nun unter den Teilnehmenden verteilt werden.

Wie steht die Religion zur Gewalt?

Wie in jeder Religion gibt es auch im Hinduismus, Fanatiker, die den eigenen Glauben anderen "anders" oder "ungläubigen" mit Gewaltandrohung und Ausführung aufbürden wollen. Jedoch hat diese Form von Religionsauffassung nicht mit dem Hinduistischem Grundgedanken zu tun.

Vor einiger Zeit entbrannte zwischen Hindu-Fanatikern und Moslems in Nordindien ein Krieg wegen der Missachtung der religiösen Einstellungen, auf beiden Seiten. Diesem sinnlosen Krieg mussten viele unschuldige Menschen zum Opfer fallen.

Weitere Religionen im Blickpunkt bei theInder.net

> Islam - Wesen und Wirklichkeit
> Sikhismus

>> Fragen? Diskutieren? Dann ins Gesellschaftsforum!
 

© copyright www.theinder.net 6-2003