Indien und Sport - das passt irgendwie nicht richtig zusammen. Das zweitgrößte Volk der Erde, aufstrebende Wirtschaftsmacht und - in den Augen vieler Inder - angehende Weltmacht hat wieder mal niemanden mit einer geringen Medaillenausbeute überrascht.
Die am Sonntag mit der Abschlusszeremonie beendeten Spiele in Peking sollten die asiatischen Spiele werden. China im Medaillenspiegel zum ersten Mal auf Rang 1, der große Rivale Indien nur auf Platz 50. Weit hinter Zwergen wie Georgien, Nordkorea, Simbabwe, sowie asiatischen Konkurrenten wie Thailand und Indonesien. Aber: Indien hat bei diesen Spielen alles andere als enttäuscht. Mit einer Gold- und zwei Bronzemedaillen hat der Sportzwerg die beste Ausbeute in seiner 108 jährigen Olympia Geschichte erzielt.
Gold im 10 Meter Luftgewehr-Wettbewerb durch Abhinav Bindra aus
Punjab, Bronze durch den Ringer Sushil Kumar in der 66 kg Gewichtsklasse und zuletzt ein weiterer dritter Platz im Mittelgewicht beim Boxen durch Virender Kumar; beide ebenfalls
Punjab. Weiter gerätselt werden darf indes darüber, warum Indien außer im Cricket keine fähigen Sportler hervorbringt. In vier Jahren in London wird das Land Gelegenheit haben, diese These zu widerlegen.