zurück

Filmkritik

von Kristian

Yaadein 

(» Erinnerungen «)

Regie: Anil Sharma
Besetzung: Sunny Deol, Amisha Patel, Amrish Puri
Produzent: Nitin Keni
Musik: Uttam Singh
Musik-Texte: Anand Bakshi

story
'...lekin asli hindustani hai...' (...aber er ist ein echter Inder) urteilt eine Stimme über den Hauptprotagonisten Raj Singh Puri aka Jacky Shroff, welcher sogleich in die indische Mittagssonne blinzelt, die einige Erinnerungen in seinem Hirn auftauen lässt: Wie war das noch damals, mit den Töchtern und dem Verheiraten, dem verrohten Westen, dem Dot-Com, der Cola und dem Geschäft, das sich der Liebe in den Weg stellte? 'Ah, England!' Ja ja, da fing alles an,  als der gute Raj eines Abends nach hause kommt und voller entsetzen feststellen muss, dass seine jüngste Tochter Sania (oder Sonia?) einfach mal 'ne Party in Papas Heim veranstaltet hat, bei der sie zu allem Übel auch noch Wein konsumierte ('sharab nahin!'). Nachdem seine Tochter abblockt, als er sie zur Rede stellen will, muss sich der verzweifelte Vater erst einmal in sein Schlafgemach zurückziehen, und sich an die weisen Worte seiner guten Frau Shalini erinnern, welche ihm -während er Coca-Cola schlürfte, um sein Gehirn zu kühlen- damals im Supermarkt sagte, Eltern müssten die Freunde ihrer sechzehnjährigen Kinder sein. Das war noch bevor sie allein vor ging, um die Einkäufe zum Wagen zu bringen, wobei sie unglücklicherweise auf Londons heißem Pflaster in eine Schießerei zwischen englischen Polizisten und schwarzen Gangstern verwickelt wurde, aus der sie zu entkommen versuchte und unachtsamerweise vor die Räder eines Autos geriet. Später im Krankenhaus starb sie nicht, ohne ihrem Mann vorher einen Schlüssel mit Coca-Cola-Anhänger in die Hand gedrückt zu haben.
Am nächsten Tag entschuldigt sich Töchterlein Sania bei Raj im Beisein ihrer anderen zwei Schwestern Avantika und Isha aka Kareena Kapoor. Alle drei versprechen ihrem Vater unter rührendem Schluchzen, immer lieb zu einander zu sein und ihm nie mehr Kummer zu bereiten. Auch Raj beteuert, sich die Worte seiner Shalini zu Herzen zu nehmen und seinen Kindern ein guter Freund zu sein.
Beim Tee mit der befreundeten Familie Malhotra gibt Raj bekannt, nach Indien zurückkehren zu wollen. Dies teilt er auch seinem besten Freund, dem Jungunternehmer Ronit 'Dot-Com' Malhotra, welcher gerade einen Werbespot für sein Start-Up-Unternehmen dreht, per E-Post mit. Dieser folgt Raj sogleich um zu einer rührenden Wiedersehensszene auf dem ländlichen Wohnsitz Rajs in Indien zu erscheinen. Zuvor hatte der alleinerziehende Vater noch kurz ein Übereinkommen ('agreement') mit seinen Töchtern geschlossen, demnach sie ruhig schon heiraten dürften, sich jedoch immer bewusst sein müssten, dass sie nebst Ehemann quasi auch dessen ganze Familie heirateten.
Und wie es der Zufall will, weiß der kluge, junge Ronit auch schon den passenden Ehemann für Tochter Avantika. Da er im Vergleich zum einfachen Landmann Raj viel smarter und ausgefuchster ist, erklärt er sich bereit, die Ehe-Verhandlungen zu führen. Die Rishta ist pakka, der Deal perfekt und Avantika heiratet.
Während Isha Ronit bereits offenbart hat, dass sie nicht vor hätte in naher Zukunft zu heiraten, erfährt Raj vom Lover des Nesthäkchens Sania, Sukhand mit Namen, mit dem sie anscheinend schon alles klar gemacht hat. Vater sieht's skeptisch, rafft sich aber dennoch auf, mit Sukhands Eltern zu verhandeln. Die jedoch entpuppen sich als recht skurrile Zeitgenossen, was den verantwortungsbewussten Raj veranlasst, eine Heirat abzulehnen, worauf das Töchterchen zu Hause ein riesiges Theater veranstaltet um ihren Erzeuger schließlich doch noch rumzukriegen.
So findet denn auch die Hochzeit statt, auf der Raj von Freund Ronit gedrängt wird, doch das Hochzeitslied zu singen. Um seine Kehle anzufeuchten wählt Raj von dem Tablett, das ihm gereicht wird kein geringeres Getränk als eine Dose -ja- Coka-Cola.
Drüben in London wird alldieweil 'Uncle Ranbir' zum Businessman of theYear erkoren und auch Ronit 'Dot-Com' Malhotra ist zugegen. Er trifft das fesche kurzhaarfrisurtragende independent woman Monishka (soweit die Gegebenheiten zu schlussfolgern erlaubten die Tochter 'Uncle Ranbirs') und beeindruckt sie mit dem Aufzählen von .com-Adressen. 'Aajkal saari dunia ek dot-com hai...' (heutzutage ist die ganze Welt ein .com).
Businessmänner reisen gern und Ronit begibt sich denn auch gleich am nächsten Tag nach Malaysia, um Isha beim Radfahren zuzuschauen. Diese gewinnt die Tour de Malaysia trotz des kleinen 'Hero'-Fähnchens auf ihrem Lenker (Luftwiderstand und so!) souverän und kleckert bei den anschließenden Interviews und einem Gespräch mit Ronit nicht mit Arroganz. In Übermut schwelgend überhört sie alle Warnungen und unternimmt sogar einen Ausflug auf die verdammt gefährliche Krokodilsinsel, wo die kleine Reisegruppe auch sogleich einem mächtigen Krokodil begegnet und Hals über Kopf die Flucht antritt. Isha jedoch ist nicht fix genug und bleibt im Antlitz der Killerechse auf der Insel zurück. Der heldenhafte Ronit.com erfährt dies und schnappt sich geistesgegenwärtig ein Schlauchboot, um Isha zu retten. Er findet sie ohnmächtig auf einem Baum und trägt sie in das Boot bevor er merkt, dass der Motor seinen Geist aufgegeben hat. Ohne langes Zögern bindet er sich das Zündband des Motors um, um damit das Gummiboot samt ohnmächtiger Isha schwimmenderweise in Schlepptau zu nehmen. Unterwegs wird er ungünstigerweise auch noch von einem giftigen Seetierchen gebissen ('oh shit!'), weshalb er in Lebensgefahr schwebt.
Aber alles wird gut, Ronit macht unter den staunenden Blicken der malaysischen Zuschauer schon wieder Kunststückchen auf dem Fahrrad und Isha hat ihre Lektion gelernt: kleinlaut distanziert sie sich von aller Arroganz.
Zurück in good old India gibt Raj eine Dress-Party (aus Anlass irgendeines Jubiläums oder so), die Ronit und Isha organisiert haben und auf der sich beide ihre Liebe gestehen: 'Sirf ham aur tum, bas!' 'bas?' 'bas.com!' (Nur du und ich, basta!) Als Ronit freudeschwelgend loshüpft, seinem besten Freund und Traum-Schwiegervater Raj die Liaison mit Isha kundzutun, eröffnet der ihm zunächst, wie ungünstig das doch alles wäre mit der Love-Marriage, weil's ja bei der jüngsten, Sania, auch nicht geklappt hat (sie zerstritt sich nämlich mit der Familie Sukhands). Ronit traut sich darauf nicht mehr, seine Botschaft zu überbringen und trollt sich. 
Da trifft er Monishka (wir erinnern uns: smalltalk.com), die Ronit gleich Honig um den Mund schmiert: Er sei unvergesslich. Nun begibt es sich, dass Isha den geplanten Tanz mit Ronit absagt, worauf Ronit Monishka fragt, ob sie nicht seine Tanzpartnerin sein wolle.
Da beide wohl so inbrünstig miteinander tanzten, schlägt Ronits Vater Raj vor, die beiden könnten ja einfach mal heiraten. Der engagierte Raj erklärt sich bereit, die Angelegenheit zu managen und macht alles klar.
Doch sein bester Freund hat andere Pläne: Bei einem Jahrmarktsbesuch übergeben Isha und Ronit Raj eine Einladung zu ihrer Hochzeit. Raj ist geschockt. 
Alldieweil verlässt Ronit Indien, um in London wichtige Geschäftspapiere zu 'signen'. Raj schmettert seiner Tochter ein 'no!' zu der Hochzeit mit Ronit entgegen

© copyright www.theinder.net 8-2001